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Grundsätzliches

Brevets werden in der Regel mit Rennrädern gefahren, alle anderen Fahrrad-Bauarten sind jedoch auch zugelassen; wichtig ist nur, dass die Fortbewegung ausschließlich mit Muskelkraft erfolgt.
Da der Fahrer unterwegs auf sich allein gestellt ist, sollte er das nötige Werkzeug und Ersatzteile mit sich führen.
Was ein Teilnehmer mitnimmt, ist individuell sehr verschieden, ein Ständiges im wahrsten Sinne Abwägen zwischen Gewicht und Notwendigkeit, auch sehr von Streckenlänge, persönlicher Ausrichtung und Wetterlage abhängig. Es gibt Randonneure, die mit Gepäckträger und zwei vollen Ortlieb-Taschen unterwegs sind oder für die ihr Foto-Stativ für verwacklungsfreie Nachtaufnahmen fast unverzichtbar ist. Andere kommen minimalistisch auch für die längsten Strecken mit einem Täschchen am Sattel zurecht.
Als Anfänger kann man sich auf den ersten, kürzeren Strecken im Austausch mit den „alten Hasen“ und steigender Streckenlänge an die individuelle Brevetausrüstung  herantasten.
An der perfekten Ausrüstung zu feilen, ist eine nicht endende Lebensaufgabe…

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Pflicht

  • Beleuchtung nach StVO
  • zusätzlich Leuchtweste oder Reflektorband
  • ggf. Ersatzbatterien/Ersatzbirnen

Fehlende oder mangelhafte Beleuchtung kann zum Ausschluss von der Teilnahme führen.

Basics

  • Helm
  • Stirnlampe (für nächtliche Reparaturen, Streckenplan lesen)
  • mindestens 1 Ersatzschlauch/Flickzeug
  • Ersatzmantel
  • Nippelspanner / Ersatzspeiche
  • Inbusschlüsselsatz
  • Ersatz Schalt- und Bremszug
  • Kabelbinder/Isolierband
  • minimales Erste-Hilfe-Set
  • Kettenglied/Nietendrücker
  • Regenjacke / Armlinge / Beinlinge

Das Rad

Mit seinem Rad sollte man sich wie verwachsen fühlen. Wer 150 Kilometer beschwerdefrei fährt, kann nicht davon ausgehen, dass das auch für Strecken über 400 oder 600 Kilometer gilt. Es ist durchaus sinnvoll, sich an die langen Brevets "heranzutasten" und die Einstellungen auf den kürzeren Brevets zu überprüfen. Wer sich generell unsicher fühlt, sollte vor einer Sitzpositionsbestimmung nicht zurückschrecken. Die meisten Aufgaben haben ihre Ursache vermutlich in Kniebeschwerden - ein Problem, das wohl in den meisten Fällen lösbar ist.
Der richtige Sattel ist ein mitunter schmerzhaftes Thema für sich. Wahrscheinlich gibt es für jedes Gesäß den richtigen Untersatz, den zu finden ist allerdings ein mühevolles aber am Ende lohnenswertes Unterfangen. Um den bei beiden Geschlechtern empfindlichen Dammbereich zu entlasten, kann es sich als vorteilhaft erweisen, die Sattelnase um ein paar wenige Grad nach unten zu neigen, um den Druck stärker auf die Sitzhöcker zu verlagern - dadurch lässt sich auch der Rücken besser strecken.

Beleuchtung 

Am besten bewährt haben sich Nabendynamos in Verbindung mit LED-Lampen. Mittlerweile gibt es auch sehr gute LED Batterie-/Akkubeleuchtungen, der Nachteil ist die für Randonneure häufig noch zu geringe Leuchtdauer und die Unsicherheit, ob der Akku so lange hält wie von Herstellerseite angegeben - bedonders bei älteren Akkus. Man sieht immer wieder Fahrer, die in einer Gruppe das Licht ausmachen, um Akkukapazität zu sparen. Dies ist unverantwortlich. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift auf die eingangs erwähnte Kombi zurück.

Jeder sollte die Beleuchtung nicht nur als lästige Pflicht betrachten sondern in eigenem Interesse für ausreichend Licht und Sichtbarkeit sorgen – es ist schließlich das eigene Leben, das daran hängt. Es geht nicht nur um die anderen Verkehrsteilnehmer -  wer schon einmal  allein bei absoluter Dunkelheit ein steiles, kurviges Nebensträßchen mit Rollsplit und Schlaglöchern hinuntergeholpert ist, weiß, dass man nie zu viel Licht haben kann…

Taschen

Es hat sich bewährt, eine oder zwei zusätzliche wasserdichte Taschen an der Sattelstütze bzw. am Lenker zu befestigen.
Rucksäcke sind vor allem auf den langen Strecken eher ungünstig – jedes Gramm Gewicht drückt zusätzlich auf den Sattel bzw. eigentlich schon mehr als genügend belasteten Hintern, ständig ein nasser, verschwitzter Rücken, noch stärker verspannte Schultern und Nacken als ohnehin schon. Manchem aber macht ein Rucksack gar nichts aus und einige schwören drauf - auch dies muss jeder selbst herausfinden.

Verpflegung

Es empfiehlt sich, genügend Riegel, Bananen, Salz- und Magnesiumtabletten usw. einzustecken, um „Durststrecken“  in der Nacht und zwischen  Einkaufsmöglichkeiten zu überbrücken.

Während manche mit einem Kilo Energieriegel bestens über die Runden kommen, ist bei anderen nach zwei Riegeln das Ende der Fahnestange erreicht. Eine vielfältige Nahrungsmittelzufuhr ist nicht verkehrt. Insbesondere unter Belastung reagiert jeder Magen anders. Wer mit Übersäuerung zu kämpfen hat, tut evt. gut daran, sich in der Drogerie Magensäure bindende Tabletten zu besorgen (z.B. in Form von Natron), oder, bei chronischen Problemen, auf Pantozol (Pantoprazol, Omep, etc.) zurückzugreifen - die Einnahme erfolgt am besten vor dem Start. 

Übernachtung

Für die langen Strecken mit mindestens einer Nachtfahrt empfiehlt  es sich außerdem, etwas Ersatzkleidung und Rettungsdecke, Biwaksack, Fleecedecke und/ oder eine Unterlage mitzunehmen, damit man sich notfalls bei Müdigkeit in trockener, warmer Kleidung irgendwo hinlegen kann. Einen ultraleichten Biwaksack gibt es von Mountain Equipment. Für längere Brevets in bergigen oder alpinen Gegenden raten wir zur Mitnahme eines leichten Daunenschlafsacks. Beste Erfahrungen haben wir mit den Produkten von Cumulus gemacht.

Streckenplan / GPS

Wer nicht mit GPS unterwegs ist, hat das Problem, den Streckenplan (meist DIN A4) irgendwo wasserdicht und jederzeit gut lesbar unterbringen zu müssen. Vergesst es, ihn in die Trikottaschen zu stopfen und „bei Bedarf“ herauszuholen (oft ist man da schon an der Abzweigung vorbeigeradelt) – nach spätestens dreihundert Kilometern hat man auch bei trockenem Wetter nur noch Fetzen in der Hand. Wer mit Lenkertasche fährt, hat das Problem elegant gelöst – eine obenliegende Kartentasche/Klarsichthülle nimmt den Streckenplan auf und man hat ihn jederzeit im Blick, was die Gefahr des Verfahrens immens verringert. Andere befestigen eine wasserdichte Klarsichthülle mit Kabelbindern an Lenker und Schaltzügen – auch das funktioniert. Anfänger kopieren sich den Streckenplan oft ganz klein – vergessen aber, daß er auch nachts bei Müdigkeit während der Fahrt gelesen werden muss.  Sich nur auf Mitfahrer zu verlassen, kann ein fataler Fehler sein; erstens ist nicht sicher, dass diese den Weg kennen,  zweitens kann es sehr schnell passieren, (Panne, man braucht eine Pause, man „verliert“ die anderen z.B. an einer Kreuzung) dass man keine Mitfahrer mehr hat und plötzlich alleine auf der Strecke steht.

Hinsichtlich GPS zählt für den Randonneur vor allem die Leistungsfähigkeit der Akkus und deren Auswechselbarkeit, um unterwegs nicht ohne Strom dazustehen - dann nämlich nützt das beste Navi nichts. Und dieser Fall ist leider gar nicht so selten... Es gibt viele Geräte, die mit dem Strom aus dem Nabendynamo versorgt werden können, das Problem sind hierbei jedoch immer die Steckverbindungen, die auch dem Regen standhalten sollten, dies aber naturgemäß nur im beschränkten Umfang auch tatsächlich tun. Aus gutem Grund ist unser Favorit deswegen das Garmin Etrex (ohne Touchfunktion), das mit einer Akkuleistung von bis zu 24 Stunden glänzen kann. Was die Robustheit anbelangt, kann es - dies zeigt ebenfalls die Erfahrung - wohl mit allen sonstigen handelsüblichen Geräten aufnehmen.

Aber auch ein solides GPS-Gerät ist nicht davor geschützt, dass es ausfallen kann. Deswegen: unbedingt Streckenplan mitnehmen!