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28.04.16 09:23 Alter: 1 year
Von: viavelo

Mont-Ventoux-Brevet 2016


Es liegt auf der Hand, dass ein Leben ohne Brevets möglich ist. Haben wir nicht alle in der Verwandtschaft oder Bekanntschaft jemanden, der noch nie eine Langstrecke bewältigt hat – die Oma, der Opa oder irgendein Cousin dritten Grades? Eine ganz andere Frage ist die, ob das Leben als solches überhaupt sinnvoll sein kann, wenn man nicht von Zeit zu Zeit pedalierend das Weite sucht. Kann es nicht, hätte ich bis vor Kurzem gesagt, unmöglich. Nun aber wollte es das Schicksal, dass ein guter Freund, der bislang nicht als Häretiker von sich reden machte, existenzielle Zweifel in mir aufgeworfen hatte mit seiner Behauptung, auch ohne Brevetfahren zufrieden und glücklich sein zu können und er auf die in Kürze anstehende Langstrecke verzichte. Ausgerechnet er. Ausgerechnet vor dem Mont-Ventoux-Brevet, der Verheißung schlechthin, der im Grunde jeder erliegen muss, der jemals vom süßen Nektar der Landstraße gekostet hat.

Wenn es soweit ist, wischt man selbstredend alle Zweifel beiseite – so wie Anhänger anderer Glaubensrichtungen zur Fronleichnamsprozession oder zum Rosenmontagsumzug bedingungslos auf der Matte stehen: 5:30 Uhr, Hauptbahnhof Freiburg. Sogar noch eine gute Viertelstunde früher, denn vor dem Start will ja noch einiges geregelt sein und, wenn's hoch kommt, noch ein Kaffee geschlürft werden. Das ist verdammt früh und wäre für weniger Überzeugte ein vorzüglicher Grund, vom Glauben abzufallen. Aber an dieser Stelle, das kann ich mir zugute halten, stehe ich fest wie ein Fels in der Brandung.

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