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Mont-Ventoux-Brevet

Start: Donnerstag, 08. Juni 2017, 5:00 Uhr Gaststätte Augustiner, Freiburg,  Frühstück ab 04:00
Länge: 636 km (ca. 700 km inkl. Mt. Ventoux)
Höhendifferenz: 6110 Hm (knapp 8000 inkl. Mt. Ventoux)
Maximalzeit: 40 h
Kartenempfehlung: Michelin regional 520, 523, 527 - es wird kein Kartenmaterial zur Verfügung gestellt

Personalausweis / ggf. Schweizer Franken mitnehmen
Die Rückreise muss selbst organisiert werden. 
Beleuchtung nach StVO und Warnweste sind Pflicht
Vorläufiger Streckenverlauf auf GPSies

Vorläufiger Streckenverlauf auf Openrunner

Vorbemerkung:

2005 starteten wir unseren ersten Versuch, den Mont Ventoux im April mit dem Rad zu befahren – ab Freiburg. Der Versuch endete in Malaucène, am Fuß des Mont Ventoux. Über Nacht hatte es selbst hier unten geschneit. An eine Befahrung war nicht zu denken. Seither sind auf verschiedenen Wegen etliche neue Versuche hinzugekommen, mit wechselndem Erfolg. Anlässlich unseres zehnjährigen Jubiläums lag der Gedanke nahe, daraus ein Brevet zu machen, und der erste Versuch im vorvergangenen Jahr war ein voller Erfolg, so dass wir eine Wiederholung im nächsten Jahr für vertretbar hielten, umso mehr, weil uns die große Nachfrage kaum eine andere Wahl ließ... Und in diesem Jahr wollen wir einmal allen die Gelegenheit bieten, diese herrliche Strecke zu befahren - auch denen, denen sonst die Frühjahrsmüdigkeit zu schaffen macht. 

Das offizielle Ziel erreichen wir in Nyons, ca. 60 Kilometer vor dem Mont Ventoux, ehe wir, noch am selben Abend oder tags darauf, Bédoin ansteuern, im Süden des Massivs. Die Fahrt auf den Gipfel ist nicht obligatorisch, aber natürlich der krönende Abschluss der Tour.

Es lohnt sich, zwei oder drei Tage ans Brevet dranzuhängen: das Flair in in Bédoin, unserem eigentlichem Ziel, ist einzigartig: zahlreiche Radfahrer aus allen Ecken Europas sind bereits zu allen Tageszeiten unterwegs und bevölkern die Straßen und die Cafés.

Wichtig: die Rückfahrt ist selbst zu organisiseren! Ab Avignon (TGV-Bahnhof) fahren mehrfach am Tag Züge bis Mulhouse, Strasbourg oder Paris mit Anschlusszügen nach Freiburg oder anderen deutschen Städten. Sollte eine Reservierung im Radabteil nicht möglich sein, ist es obligatorisch, das Fahrrad zu verpacken (hier gibt es eine Anleitung).

Empfehlung:

Wir selbst reisen traditionell mit Schlafsack, Zelt und Isomatte in Ultralight-Version (und zelten im Anschluss auf dem Campingplatz in Bédoin), eine Übernachtung im Hotel ist aber wahrscheinlich empfehlenswerter.

Generell führt die Route durch viele Ortschaften mit Einkaufs- oder Einkehrmöglichkeiten, für die Nacht sollte jedoch unbedingt bereits am frühen Abend vorgesorgt werden. Wasser gibt es meist reichlich an Brunnen oder Friedhöfen.

Die Bäckereien öffnen meist sehr früh, nicht selten wird einem vor sechs Uhr bereits Zutritt in die wärmenden Backstuben gewährt. Die eingekauften Croissants kann man in der Regel auch bedenkenlos im benachbarten Café verzehren.

Streckenbeschreibung:

Die Strecke ist insgesamt moderat und flüssig zu befahren, die Prozentzahlen halten sich insgesamt sehr in Grenzen. Längere Passagen im Flachen sind dem Vorankommen insgesamt recht zuträglich.

Wir fahren zunächst Richtung Mulhouse, wo wir dann direkt am Bahnhof auf den Rhein-Rhôhnekanal einschwenken, dem wir über viele Kilometer hinweg treu bleiben, ehe wir über St. Hippolyte das malerische Vallée du Dessoubre und nach dessen Ende zielstrebig Pontarlier ansteuern. Nach und nach stoßen wir in die höheren Lagen vor und die 1000-Meter-Grenze begleitet uns ein gutes Stück des Weges. Das Wetter ist im Jura auch im Frühsommer durchaus für Überraschungen gut, wärmende Kleidung für die Nacht ist auf jeden Fall angezeigt.

Wenn alles planmäßig verläuft, werden wir spät nachts in der Nähe von Bellegarde den Jurahauptkamm hinter uns lassen und in die klimatisch etwas freundlichere Gegend im Rhônetal eintauchen.

Es empfiehlt sich unbedingt, ab Seyssel den Radweg entlang des Rhône zu nehmen: die Hauptstraße auf der anderen Seite ist eng und stark befahren. Mehr als einmal haben wir dort brenzlige Situationen erlebt. Obwohl die ganze Gegend eher ländlich geprägt ist, herrscht starker Verkehr im Einzugsbereich der Autobahnen. Bis Les Abrets haben wir aus diesem Grund bewusst den kleinen Straßen den Vorzug gegeben, die uns bisweilen verwinkelt durch charmante Landschaften mehr und mehr von den Juraausläufern weg nach Süden führen. Eine kleine Zäsur stellt der Col des Toutes Aures dar, der zum Höhenmeterkonto wieder etwas beisteuert. Es geht auf kupiertem Gelände weiter, bis wir den direkten, aber beschwerlicheren Weg übers Vercors einschlagen - hier arbeiten wir uns bei Léoncel erneut an die 1000-Meter-Grenze heran. Wenn das Wetter mitspielt, wird es eine Genussfahrt par excellence.

Gegen Abend liegt auch dieses Gebirge in unserem Rücken und vor uns noch ein paar Pässe, die nicht besonders hoch sind, aber die Vorfreude auf den wohlverdienten provençalischen Müßiggang noch etwas in die Länge ziehen. Zu nennen wären hier der Col du Pas de Lauzun (504 m) und, hinter Bourdieu, der Col de la Sausse (791 m), der unsere Geduld nochmals kräftig auf die Probe stellt.

Bis zur 600-Kilometer-Grenze reichen uns im Folgenden ein paar lockere Kurbelumdrehungen. Voraussichtlich holen wir uns den finalen Stempel in Nyons, spätestens um 21:00 Uhr – am besten in Verbindung mit einer üppigen Mahlzeit. Wer sich nicht darauf verlassen möchte, in Bédoin noch ein offenes Lokal zu finden (ab 22 Uhr wird es schwierig) ordert am besten auch hier schon mal die ersten landestypischen Getränke zum Anstoßen. Auf der weiteren Fahrt nach Bédoin steht nur noch der kleine Col de la Madeleine im Weg, der anders als sein großer, alpiner Namensvetter lediglich ein paar bescheidene Höhenmeter einbringt – eine kleine Fingerübung, ehe es, voraussichtlich am nächsten oder übernächsten Tag, mit dem Mont Ventoux (1909 m) bergtechnisch richtig zur Sache geht. Aber dies ist dann reines Privatvergnügen und hat mit dem Brevet nichts mehr zu tun.

Für die Campingfreunde empfehlen wir den Campingplatz La Pinède in Bedoin.

Berichte zu unseren Mont-Ventoux-Touren auf unserer Seite unter Berichte, aber auch auf www.viavelo.de/touren/, Videos unter www.viavelo.de/videos/