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Vogesen-Brevet

Start: 19. Mai 2018, 8:00 Uhr, Gaststätte Augustiner, Freiburg
Länge: 407 km
Höhendifferenz: 4950 Hm
Maximalzeit: 27 h
Startgebühr: 18 €
maximal 90 Teilnehmer
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Beleuchtung nach StVO und Warnweste sind Pflicht
  möglicher Streckenverlauf auf GPSies

Streckencharakter

Die Route führt uns nach einem Schlenker in den Kaiserstuhl auch in die Weinberge und hüglige Vorbergzone der südlichen Vogesen, mit oftmals herrlichen Blicken über die Rheinebene hinweg - mit etwas Glück bis hinüber zum Schwarzwald. Typische, elsässische Winzerdörfer mit ihren farbigen Fachwerkhäusern liegen auf der Strecke, abgewechselt von den waldigen Ausläufern der Vogesen mit ihren schnuckligen Vorbergpässen und Übergängen.

Nach erklimmen des "Ballon der Servance" und der hügligen Abfahrt durch das "Land der tausen Seen" gibt es auf der vollkommen flachen Südwestseite der Vogesen eine Erholungspause - aber danach summieren sich diverse langgezogene Höhen, die viel Geduld verlangen zu schweren Beinen bis endlich der Hauptkamm der Vogesen wieder erklommen ist. Dann ist es eigentlich so gut wie geschafft: Satte zwanzig Kilometer Abfahrt und siebzig flache Kilometer durch die Rheinebene führen zum Ziel. Auch die Rückfahrt durch die Rheinebene findet auf meist kleinen und zu dieser Zeit verkehrsarmen Straßen statt. 

Keine größeren Probleme sollte uns die Versorgung mit externer Energie und Flüssigkeit bereiten: Im zweiten Teil der Strecke, in dem wir in die Nacht geraten, sind mit Luxeuil und Plombieres les Bains, Remiremont, Gerardmer oder Kaysersberg in „gutem Abstand“ genügend größere Orte um bei jeder Geschwindigkeit entweder am späten Abend oder frühen Morgen eine Verpflegungsmöglichkeit aufzutreiben. Für die Zeit nach 23:00 Uhr sollte man sich aber eindecken, denn nur in Breisach, ca. 40 km vor dem Ziel, sind mit Sicherheit rund um die Uhr Fett, Flüssigkeit und Kohlenhydrate zu erhalten…



Streckenbeschreibung:

Durch die Startortverlegung zurück nach Freiburg wäre die Strecke nun zu kurz. Die benötigten Kilometer holen wir uns zum Warmfahren durch die Überquerung des Kaiserstuhls. Die Bezeichnung "Vogelsangpaß" werten wir als durchaus übertrieben - im Vergleich, zu dem, was noch vor uns liegt ist es doch nur ein zusätzlicher - wenn auch zugegeben nicht ganz flacher - Hügel mehr auf unserer Route. Die angesammelten Höhenmeter, die wir auf langgezogener Abfahrt Richtung Breisach wieder in Geschwindigkeit umsetzen dürfen vertreiben und verkürzen uns dann aber doch die eigentlich öde Anfahrt durch die Rheinebene.

Endlich geht´s los: Die nächsten Körner kostet der Anstieg in die Weinberge und hüglige Vorbergzone des südlichen Elsasses. Oberhalb der Weinberge beginnen ausgedehnte Misch- und Laubwälder, die sich viel „wilder” und weniger bewirtschaftet als der Schwarzwald bis in die Gipfelregionen dehnen. Wenn man in dieser Höhe der Vogesen Nord-Süd fährt, muss man leider immer wieder die dicht bebauten und teils verkehrsreichen Täler queren. Die ersten kleineren Vorbergpässe stehen uns mit dem Col Amic 825 m und Col du Hunsrück 748m im Weg. Besonders das fast einspurige nun perfekt geteerte Sträßchen auf den Col Amic läuft wie Butter und wird bleibende Erinnerungen hinterlassen. Allerdings nicht wegen der Schwere sondern nur durch Ruhe und Schönheit. Auch der Col du Hunsrück ist nicht zu verachten – besonders im unteren Teil bietet er herrliche Blicke zurück zum Grand Ballon.

Das Gewühl in Belfort - eine Pause empfiehlt sich, da es die bis Luxeuil les Bains nicht mehr viele zuverlässige Einkaufsmöglichkeiten geben wird - verlassen wir Richtung Norden und machen uns auf zum Königsberg des Brevets, dem Ballon de Servance (1158m), der uns aufgrund seiner Länge und den bis zu 12% steilen Rampen Einiges abverlangt. Der Weg führt uns bis knapp unterhalb des Gipfels bis auf die bewaldete Passhöhe auf 1150m. Der Ballon de Servance ist selbst bei uns in der Regio so gut wie unbekannt und im Rest von Deutschland wird es nicht viel anders sein. Vollkommen zu unrecht. Wer ihn je gefahren ist, wird sicherlich der gleichen Meinung sein…
Die Abfahrt auf dem winzigen Sträßchen ist leider etwas ruppig und kein ungetrübtes Vergnügen – Leichtbau ist hier nicht die erste Wahl…

Am Rand des „Plateau des Mille Etangs” geht es nach einem Gegenanstieg vom Col des Croix aus weiter abwärts. Ebenso viele Naturliebhaber scheinen sich ihren Traum vom eigenen See mit Insel und Hüttchen, Ferienhaus oder Palästchen erfüllt zu haben und die meisten größeren Gewässer oder Tümpel scheinen privat und eingezäunt. Von der Straße aus ist das „Plateau der tausend Seen” auch nicht zu überblicken. Erst ein Blick auf die Karte lässt einen die Unzahl von Seen, Teichen und Tümpeln erahnen. Eine von Landwirtschaft geprägte, abgelegene, zauberhafte Idylle mit den Vogesen im Hintergrund lädt dazu ein, sich eines nicht allzu fernen Tages etwas näher mit ihr zu befassen.

Nun endgültig auf der flachen Südwestseite der Vogesen geht´s dann auf bolzengerader Straße nach Luxeuil les Bains. Die Quellen und Bäder von Luxeuil les Bains und Plombieres les Bains sind schon seit Urzeiten bekannt und genutzt und trotzdem bieten beide sehenswerten Städte einen vollkommen verschiedenen Charakter. Während der Kern von Luxeuil noch mittelalterlichen Charme bewahrt, erlebte Plombieres einen ungeheuren Aufschwung bis wohl kurz nach Ende der vorletzten Jahrhundertwende, geprägt durch Jugendstilbauten und gewaltige mondäne Hotels aus dieser Zeit die teils nun mehr oder weniger malerisch dem Verfall anheimgegeben sind, noch um ihre Existenz kämpfen oder luxuriös renoviert den Sprung in dien neue Zeit geschafft haben.

Und weiter fahren wir nach Remiremont; über einen Höhenzug erreichen wir Gerardmer und schon wieder geht´s gemäßigt aber langgezogen bergauf. Und wer geglaubt hat, dass das kleine Sträßchen rauf zum Servance einmalig klein sei, darf sich auf den Weg rauf zum Hauptkamm freuen. Doch wir wollen nicht zu viel verraten vom Weg rauf zum Col du Louchbach, das wohl die Meisten von uns in tiefster Nacht zurückzulegen haben. Nur ein kurzes Stück noch auf der "Route des Cretes" und wir erreichen den letzten Pass, den "Col du Bonhomme".

Nach zwanzig Kilometern Abfahrt durchqueren wir mitten in der Nacht die jetzt so gut wie ausgestorbenen Gassen von Kaysersberg. Wer kein Kopfsteinpflaster mag, sollte jedoch lieber die Umgehungsstraße benutzen. Kaum zu glauben, dass sich dort noch vor wenigen Stunden tagsüber Ströme von Touristen durch die historischen Gassen gequetscht haben. Jetzt beginnt die schier endlose, flache Kurbelei durch die Nacht und Rheinebene, vielleicht kurz unterbrochen von einer letzten Pause: Beim Grenzübergang in Breisach gibt´s noch einmal Tag und Nacht (fast) alles an Verpflegung, was das Randonneursherz begehrt. Am Rand des Kaiserstuhls rollen wir nach Freiburg zurück bevor wir auf dem Dreisamradweg auf dem wir gekommen sind, den Augustiner wieder erreichen.

 

Streckenänderungen vorbehalten und wahrscheinlich