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ARA Breisgau - eine kleine Geschichte

Kiel, 4.10.2009: der Beginn von ARA Breisgau

Die Anfänge

Was 2006 mit einer 500-Kilometer-Runde durchs Jura im kleinen Kreis begann, fand 2008 seine Wiederholung als offizielle ADFC-Tour. Und weil's so schön war, gaben wir uns einen Namen - Audax Freiburg - und fuhren sie 2009, auf 600 Kilometer erweitert, gleich nochmals. Hinzu kam eine 400-Kilometer-Tour, das Bodensee-Brevet. Spätestens nach dem motivierenden Feedback war klar, dass wir unsere Brevets 2010 als Qualifikationen im Sinne der Randonneurs Mondiaux anbieten wollten.

Am 3./4. Oktober 2009 war es dann soweit: Beim Treffen des Audax Randonneurs Allemagne (ARA) in Kiel wurde der Standort Freiburg in den Kreis der Brevetorganisatoren aufgenommen. Damit waren wir berechtigt, die komplette Brevetserie über 200, 300, 400 und 600 Kilometer abzuhalten. Mit diesem Schritt ging auch eine Namensänderung einher: aus Audax Freiburg wird ARA Breisgau.

Höhen und Tiefen

Bereits im ersten Jahr schien es so, als hätten wir mit unserem Vorstoß, Langstrecken zu organisieren, offene Türen eingerannt: für den ursprünglich geplanten Startort - der Hirzberg-Campingplatz in Freiburg - mussten wir unverzüglich Ersatz finden, da er dem Ansturm der Starter unmöglich gewachsen war. Vermutlich hätten wir keinen besseren Partner finden können als Bodo, den Wirt vom Augustiner in der Schwarzwaldstraße, der mit seinem Personal von nun an immer ab 6:30 Uhr parat stand, das Durchhaltevermögen der Teilnehmer mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet zu fördern. Mit dem Augustiner bekam die Langstreckenszene im Breisgau ein Zuhause.

Es waren unbeschwerte Brevets, die ab 2010 stattfanden, und wir konnten selbst nicht fassen, wie viele Radfahrer plötzlich den Weg nach Freiburg fanden. Fast schon betrachteten wir den Zustrom mit Sorge: wo soll dies noch enden? Im Jahr 2011, dem Jahr der Qualifikation für Paris-Brest-Paris, begann auch das Augustiner in den Stunden bis zum Start fast aus den Nähten zu platzen. Und auch im folgenden Jahr schien nichts darauf hinzudeuten, dass sich irgendetwas daran ändern würde.

Der Absturz kam jäh: am 14. April 2012 starb Kurt Lachner bei einem Unfall auf der Rückkehr nach Freiburg beim Bölchen-Brevet. Er wurde in der einbrechenden Dunkelheit hinterrücks von einem Auto erfasst und war auf der Stelle tot. Unsere Fassungslosigkeit und unser Entsetzten über diesen Vorfall brachte plötzlich alles ins Wanken. Es dürfte das Schlimmste sein, was einem als Brevetorganisator passieren kann. Das schreckliche Ereignis gipfelte darin, dass von den Behörden ein Verbot für alle weiteren Veranstaltungen ausgesprochen wurde, überreicht am Vortag des Vogesen-Brevets. Die behördliche Reaktion auf den unverschuldeten Tod eines Randonneurs - unsere Form des Radfahren zu verbieten - brachte uns einen Schritt näher an den Abgrund. Fortan hätten wir alle Strecken den Behörden zur Genehmigung vorzulegen, eine in unseren Augen vollkommen maßlose Reaktion. In zahlreichen Gesprächen, Briefen und Stellungnahmen bissen wir auf Granit, so dass wir am Ende keinen anderen Weg sahen, als den Gang zum Gericht zu beschreiten, unterstützt vom ungeheuer engagierten Rechtsbeistand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC). Das Gericht gab uns mit einer einstweiligen Verfügung rechtzeitig zum Start der Brevetserie 2013 grünes Licht für ein weiteres Engagement. Die schlaflosen Nächte hatten ein Ende. Dem Neustart, in diesem Jahr in Kirchzarten, in der vergeblichen Hoffnung, die Behörden dadurch zum Einlenken zu bewegen, stand nichts mehr im Wege (das Gerichtsurteil).

Frischer Wind

Es war schnell absehbar, dass der Startort Kirchzarten, trotz der günstigen Infrastruktur, dem frischen Wind, der mit der Vorqualifikation für Paris-Brest-Paris aufkam, nicht standhalten würde, und wir waren am Ende der Saison 2013 glücklich, wieder in unser alten "Zuhause", dem Augustiner, zurückkehren zu können, nachdem auch der Campingplatz Hirzberg signalisiert hatte, uns weiterhin mit der Zurverfügungstellung der Duschen zu unterstützen. Um dem neuerlichen Teilenehmeransturm gewachsen zu sein, organisierten wir je zwei Brevets am selben Tag für die Zweihundert- und Dreihundert-Kilometer-Runde. Hinzu kam, als weitere Herausforderung, die Belchen-Satt-Superrandonnée. Damit hatten wir unsere Kapazitätsgrenzen erreicht. Glaubten wir. Doch das 18. Paris-Brest-Paris im Jahr 2015 warf seine Schatten voraus: zusätzlich zu den ersten beiden Brevets (Breisgau I und II und Bölchen I und II) stand auch beim dritten, dem Vogesen-Brevet, eine Alternative zur Auswahl: das Bodensee-Brevet. Und - als Einstieg für die wirklich Unerschrockenen - das Mont-Ventoux-Brevet (600 Kilometer) im März. Damit aber ist das Ende der Fahnenstange tatsächlich erreicht.