kontakt  |  sitemap  |  impressum  |  datenschutz
Sie sind hier: ARA Breisgau / Brevets / Mont-Ventoux-Brevet

Mont-Ventoux-Brevet 2018

Start: Mittwoch, 28.03.18, 5:00 Uhr Gaststätte Augustiner, Freiburg  (Frühstück ab 04:00)
Länge:  614 km (ca. 700 km inkl. Mt. Ventoux)
Höhendifferenz: 4740 Hm (ohne Mt. Ventoux)
Maximalzeit: 40 h

Kartenempfehlung: Michelin regional 520, 523, 527
Kartenmaterial wird voraussichtlich nicht zur Verfügung gestellt
Die Rückreise muss selbst organisiert werden. 
Beleuchtung nach StVO und Warnweste sind Pflicht
Vorläufiger Streckenverlauf auf GPSies
Track von Nyons zum Mt. Ventoux (Südanfahrt)
empfohlene Strecke von Bédoin nach Avignon TGV

Diese Seite wird gegebenenfalls noch aktualisiert, letzte Änderung: 10.03.18

GPS-Links + Amberieu, Mc. Donalds, Unterkunft Nyons geändert

Vorbemerkung:

2005 starteten wir zu zweit unseren ersten Versuch, den Mont Ventoux im April mit dem Rad zu befahren – ab Freiburg. Der Versuch endete in Malaucène, am Fuß des Mont Ventoux. Über Nacht hatte es selbst hier unten geschneit. An eine Befahrung des Mt. Ventoux war nicht zu denken. Seither sind auf verschiedenen Wegen etliche neue Versuche hinzugekommen, mit wechselndem Erfolg, aber meist waren wir oben. Es war schon immer eine Tour, bei der es nie auf´s Durchhalten auf Biegen und Brechen ankam, da man sich immer aufs Wetter und die sonstigen Verhältnisse einstellen und flexibel reagieren musste. Wir sind auch schon in den Zug gestiegen...

2015 und 2016 führten wir die Fahrt in den Frühling erstmalig als offizielles BRM im März durch und 2017 erstmalig im Frühsommer. Aber in den Jahren der Vorqualifikation und Qualifikation (2018+2019) für Paris-Brest wollen wir zwei 600er Brevets anbieten und so gilt auch dieses Jahr Ende März wieder: Der Weg ist das Ziel.

Das offizielle Ziel und Ende des Brevets erreichen wir in Nyons, ca. 60 Kilometer vor dem Mont Ventoux, ehe wir, noch am selben Abend oder tags darauf, Bédoin ansteuern, im Süden des Massivs. Die Auffahrt von dort ist mit etwas Glück soweit frei, dass man sich bis zum Gipfel durchschlagen kann, ganz im Gegensatz zur Nordauffahrt ab Malaucène, die zu dieser Jahreszeit normalerweise noch nicht geräumt und nicht befahrbar ist. Die Fahrt auf den Gipfel ist nicht obligatorisch, aber natürlich der krönende Abschluss und der eigentliche Sinn und Zweck dieser Tour!

Es lohnt sich, zwei oder drei Tage ans Brevet dranzuhängen: das Flair in Bédoin ist einzigartig: zahlreiche Radfahrer aus allen Ecken Europas sind bereits zu allen Tageszeiten unterwegs und bevölkern die Straßen und die Cafés.

Wichtig: die Rückfahrt ist selbst zu organisieren! Ab Avignon (TGV-Bahnhof) fahren mehrfach am Tag Züge bis Mulhouse, Strasbourg oder Paris mit Anschlusszügen nach Freiburg oder anderen deutschen Städten. Sollte eine Reservierung im Radabteil nicht möglich sein, ist es obligatorisch, das Fahrrad zu verpacken (hier gibt es eine Anleitung). GPS Track Bedoin-Avignon TGV Bahnhof

 

Ausrüstung/Verpflegung

Wir raten dringend dazu, genügend warme Kleidung, dicke Handschuhe und gut isolierende Überschuhe oder Winterschuhe für die Strecke mitzuführen – die Nachttemperaturen erreichen schnell die Null-Grad-Grenze, auch weiter im Süden ist man vor Frost keineswegs sicher. Wir selbst reisen traditionell mit Schlafsack, Zelt und Isomatte in Ultralight-Version (wir zelten im Anschluss auf dem sehr schönen Campingplatz in Bédoin), eine Übernachtung im Hotel ist aber wahrscheinlich empfehlenswerter.

Die Strecke führt vor allem auf den ersten 300 Kilometern weitgehend durch sehr ländliches Gebiet mit wenig Läden oder Gaststätten und so sollte man immer etwas zu Knabbern parat haben und die Gelegenheiten in den größeren Städten nutzen, um sich zu versorgen und die Vorräte im Beutel wieder aufzufüllen. Sollte das Wasser mal knapp werden so findet man in Frankreich auf so gut wie jedem Friedhof im Eingangsbereich einen Hahn mit Trinkwasser.

Die Bäckereien öffnen meist sehr früh, nicht selten wird einem vor sechs Uhr bereits Zutritt in die wärmenden Backstuben gewährt. Die eingekauften Croissants kann man in der Regel auch bedenkenlos im benachbarten Café zu verzehren.

Streckencharakter:

Die Route ist bis weit über die Hälfte spektakulär flach mit lediglich ein paar Wellen, wenn wir den Rhein-Rhône-Kanal verlassen; die ersten kleineren Berge erwarten uns erst weit im Süden. Anders als ursprünglich geplant, bringen wir es jedoch nicht übers Herz, das Vercors auszusparen. Selbst im Spätwinter ist dieser Abschnitt zu zauberhaft um ihn unseren Teilnehmern vorzuenthalten. Und so lässt sich der höchste Punkt der Tour also am Col de Bacchus mit 978 m verorten. Und jeder weiß: ab hier geht‘s mehr bergab als bergauf - selbst den zähen Col de la Sausse, der uns bislang vor Nyons noch auf eine letzte Probe gestellt hat, ersparen wir uns für dieses Mal, aber hüglig bleibt es trotzdem bis zum Schluss.

Streckenbeschreibung:

Wir verlassen Freiburg in den frühen Morgenstunden und bleiben so noch vor allzu viel Verkehr verschont bis wir kurz vor Mulhouse auf den Rhein-Rhone Kanal abbiegen. Auf dem Euro-Velo 6 fahren wir durch die Burgundische Pforte ins Rhonetal. Auf den ersten 210 Kilometern sind 80 Höhenmeter, die der Kanal mit Hilfe von unzähligen Schleusen überwindet, das einzige topographische Hindernis. Aber Vorsicht beim Durchfahren der Unterführungen bei den Schleusentoren und beim Queren der rechtwinklig verlaufenden kleinen Straßen bei den Toren!  Wir hatten schon brenzlige Situationen mit entgegenkommenden Radfahrern und es gab auch schon einen Unfall bzw. Zusammenstoß mit einem Auto beim Queren eines dieser Sträßchen. Die großen Städte Mulhouse, Montbeliard und Besançon durchqueren wir ansonsten so gut wie verkehrsfrei auf dem Radweg. Die beschauliche Ruhe am Kanal versetzt uns in längst vergangene Zeiten - heute kaum noch vorstellbar, dass der Transport auf diesen Kanälen einst der beste und effizienteste Weg war, Güter zu transportieren, und was es für eine Arbeit war, diesen Kanal zwischen 1784 und 1833 mit den damaligen Mitteln zu graben. Es gibt aber so gut wie keine Verpflegungsmöglichkeiten direkt am Weg - dafür muss man in den Ortszentren den Kanal-Radweg verlassen und sich im Ort Geschäfte oder Bars suchen oder schon mal die eigenen Vorräte plündern.

In Besançon (Km 200) führen Radweg und Kanal durch einen 350 Meter langen Tunnel unter der Zitadelle durch und wir biegen nach Süden ab ohne einen Laden gesehen zu haben. Ein paar Wellen folgen, wenn wir den Kanal verlassen haben, aber schon bald ist es wieder topfeben bis Lons-le-Saunier (Km 285). Die Kleinstadt kommt uns vor wie eine Metropole und wird für viele die letzte Möglichkeit sein, noch einmal etwas Warmes zwischen die Zähne zu bekommen bevor es in die Nacht geht. Direkt danach kommt er, der erste längere Anstieg von ca. 4 Kilometern und es geht erst mal wellig und hüglig weiter bevor es wieder in ein Flusstal und flach dahingeht . Der nächste sichere Hafen ist Ambérieu-en-Bugey (Km 370).

Leider hat der dortige MC-Donalds am Stadtrand die Öffningszeiten geändert und ist nur bis 01:00 geöffnet, dies wird beim Einen oder Anderen die Planung etwas verändern, wir bemühen uns um eine Alternative, die uns eine etwas längere Öffnungszeit bietet, ansonsten müssen wir uns die Nacht anderweitig um die Ohren schlagen. Bourgoin-Jailleu (Km 421) ist die nächste grosse Stadt, aber erfahrungsgemäß ist selbst in solchen Städten des Nächtens nicht mehr viel zu finden.

So werden wir wohl froh sein, wenn die Sonne aufgeht und uns in einer freundlichen Bäckerei versorgen können und weiter dem Vercors nähern. Leoncel  liegt auf 900 Metern Höhe und ist nicht nur deshalb einer der Höhepunkte dieser Fahrt. Für die gut fünfzehn Kilometer Aufstieg kann man eineinhalb Stunden veranschlagen, bis wir wieder zu einem Café au Lait einkehren können. Der Wirt hat über die Jahre aufgehört, sich über uns zu wundern und uns statt dessen zugesichert, sein Lokal morgens um sechs Uhr zu öffnen, um auch den Eiligen unter uns auf die gelben Brevetkarten den vorletzten Stempel zu drücken. Ein paar kleinere Hügel und Weinberge der Provence stehen uns noch im Weg, bevor wir uns den letzten Stempel in Nyons, spätestens um 21:00 Uhr – am besten in Verbindung mit einer üppigen Mahlzeit - holen. Wir sind fast am Ziel. Da die Nordanfahrt von Malaucene aus zum Mt. Ventoux um diese Jahreszeit meist unbefahrbar ist, wagen wir die Südanfahrt nur von Bedoin aus.

Strecke Nyons-Bédoin: knapp 40 Kilometer. Wer sich nicht darauf verlassen möchte, in Bédoin noch ein offenes Lokal zu finden (ab 22 Uhr wird es schwierig) ordert am besten in Nyons schon mal die ersten landestypischen Getränke zum Anstoßen in trauter Runde. Einen empfehlenswerten Übernachtungstipp für Nyons geben wir gerne weiter: Le Mas de la Mochatte (leider etwas außerhalb gelegen, aber sehr ursprünglich!). Etwas zentraler liegt eine weitere, die Gîte de Fongaro - etwa 4 min. mit dem Rad vom Zentrum. Auf der Fahrt nach Bédoin steht nur noch der kleine Col de la Madeleine im Weg, der anders als sein großer, alpiner Namensvetter lediglich ein paar bescheidene Höhenmeter einbringt – eine kleine Fingerübung, ehe es, voraussichtlich am nächsten oder übernächsten Tag, mit dem Mont Ventoux (1909 m) bergtechnisch richtig zur Sache geht. Aber dies ist dann reines Privatvergnügen und hat mit dem Brevet nichts mehr zu tun.

Aber es ist doch immer wieder ein "Muss" wenn mal schon mal hier unten ist, den Aufstieg zumindest zu versuchen. So früh im Jahr ist so gut wie niemand oben und es ist ein unvergleichliches Erlebnis nur zusammen mit anderen Brevetfahrern auf dem windumtosten Gipfel zu stehen und die Beste und Längste der berühmten Auffahrten gemeistert zu haben: Die Nordanfahrt von Freiburg aus.

Für die Campingfreunde empfehlen wir den Campingplatz La Pinède in Bedoin. Aus dem vergangenen Jahr wurde uns dort auch die Pension Côté Jardin als Tipp weitergeben.

Berichte zu unseren Mont-Ventoux-Touren auf unserer Seite unter Berichte, aber auch auf www.viavelo.de/touren/, Videos unter www.viavelo.de/videos/.